So baust du dir Schritt für Schritt dein eigenes Business auf

Ich weiß noch genau, wie ich vor vielen Jahren direkt nach der Schule eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begann. Es war das erste Mal, dass ich einen Fuß in die Arbeitswelt gesetzt habe und schon nach einem Monat merkte, dass dieser immer gleiche Rhythmus eines sich wiederholenden 8-Stunden-Tages nichts für mich ist.

Mir fehlte dabei die Spannung, die Abwechslung und vor allem die Freiheit das zu tun, was ich wirklich möchte.

Also begann ich nach meiner Ausbildung erst mal ein Studium. Dieses verschaffte mir etwas Zeit, um herauszufinden, WAS ich eigentlich will. Außerdem ermöglichte es mir, mehrere Monate im Jahr zu reisen und mich mit meiner zweiten großen Leidenschaft – der Fotografie – zu beschäftigen. Von da an wusste ich, diese beiden Sachen sind genau mein Ding. Damit möchte ich in Zukunft mein Geld verdienen.

Die Sache hatte nur einen Haken. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte.

Vielleicht geht es dir ja gerade ähnlich und du überlegst auch, wie du deine Interessen in ein eigenes Business umwandeln kannst?

Super! Dann ist hier eine kompakte Liste mit den wichtigsten Schritten, die dir helfen, dein eigenes Business aufzubauen. Viele der Tipps beziehen sich auf ein fotografisches Business, sind jedoch nicht darauf beschränkt. Du kannst die Tipps auch auf jedes andere Businesskonzept anwenden.

1. Stell dich zuerst den wichtigsten Fragen!

Was möchte ich eigentlich genau?

Was sind meine Leidenschaften und Fähigkeiten? Wie kann ich diese in ein Business integrieren?

Möchte ich wirklich hauptberuflich, z.B. mit Fotografie meinen Lebensunterhalt bestreiten oder doch lieber im Nebenjob?

Habe ich die notwendigen Fähigkeiten und die richtige mentale Einstellung?

Warum genau möchte ich damit mein Geld verdienen?

Viele Menschen haben oftmals eine sehr verklärte und idealistische Vorstellung von dem Business.

Die Realität sieht so aus:

Sei dir bewusst, was es bedeutet, selbstständig zu sein. Du hast ein Business, was jeden Monat genügend Geld einbringen muss. Du musst dich mit Buchhaltung, Steuern und Finanzen auseinandersetzen. Du wirst i.d.R. mehr arbeiten als in einem Angestelltenjob (zumindest am Anfang). Nicht jeder ist zum Unternehmer geboren.

2. Wenn das genau dein Ding ist, …

… beginne mit der Planung, aber übertreibe es nicht. Es gibt viele Leute, die über das Planungsstadium nie hinauskommen, weil sie alles perfekt machen möchten.

3. Informiere dich!

Sauge alle Informationen zum Thema auf, die du finden kannst. Lies entsprechende Bücher und Blogs! Frage andere Personen, die schon da angekommen sind, wo du hin möchtest.

„Es ist nicht genug zu wissen – man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen – man muss auch tun.“

Johann Wolfgang von Goethe

4. Starte dein Business neben deinem regulären Job!

Wenn du dich aktuell in einem Job befindest, dann schmeiß nicht sofort alles hin, nur um dich selbstständig zu machen. Nutze stattdessen diese komfortable Situation um dein Business nebenbei aufzubauen.

Entwickle zuerst deine Geschäftsidee.

Frage dich: wie will und kann ich z.B. als Fotograf mein Geld verdienen?

Willst du z.B. als Freiberufler arbeiten oder lieber online deine Bilder und Produkte verkaufen oder beides?

Führe erste Aufträge durch und sammle Erfahrungen in der nebenberuflichen Selbstständigkeit.

Baue dir einen ersten Kundenstamm auf und knüpfe Kontakte zu potenziellen Auftraggebern.

5. Überprüfe deine Geschäftsidee!

Hat deine Geschäftsidee langsam Gestalt angenommen? Sehr gut! Nun solltest du sie genauer unter die Lupe nehmen, um das Potenzial und die Erfolgschancen auszuloten. Gibt es genügend potenzielle Kunden, die bereit sind, für deine Dienstleistungen oder dein Produkt Geld auszugeben? Wie ist die Konkurrenzsituation? Hast du ein Alleinstellungsmerkmal? Was kannst du anders und besser machen? Gibt es Nischen, die du besetzen kannst?

Sammle so viele Informationen wie möglich dazu.

6. Erstelle einen Businessplan!

Wenn du keine Kredite oder Fördergelder beantragen möchtest, benötigst du i.d.R. keinen ausgefeilten Businessplan. Trotzdem kann ein kurzer Plan sinnvoll sein, um dir eine Richtung zu geben und um deine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Aber übertreib es nicht. Halte ihn so kurz wie möglich.

7. Analysiere deine Finanzen!

Wie viel Geld brauchst du im Monat zum Leben?

Wie viel möchtest du im Monat verdienen?

Wie viel Geld hast du bereits angespart?

An welchen Stellen kannst du deine laufenden Kosten minimieren?

8. Spare dir ein finanzielles Polster zusammen!

Wenn du keine Unterstützung vom Staat bekommst (z.B. Gründungszuschuss), benötigst du eine Reserve von mindestens 6-12 Monaten, um deine Lebenshaltungskosten zu decken und um dein Business aufzubauen. Gestalte dein Leben minimalistischer und somit leichter, mobiler und sparsamer. Konsumiere weniger und verkleinere deinen Besitz. Verkaufe alle Sachen, die du nicht unbedingt benötigst und nutze das gesparte Geld für dein Business.

9. Erlerne neue und baue vorhandene Fähigkeiten aus!

Heute ist lernen einfacher als jemals zuvor. Nutze das zu deinem Vorteil. Du kannst alles, was du für dein Business benötigst online, aus Büchern und in Workshops erlernen und das oftmals sogar kostenlos oder für wenig Geld.

10. Baue Netzwerke und Kooperationen auf!

Du kannst nicht alles allein schaffen! Umgib dich mit Menschen, die dich bei wichtigen behördlichen, technischen, mentalen und auch künstlerischen Fragen unterstützen können (z.B. Fotografen und Fotostammtische, Gründer- bzw. Unternehmensberatung, IT-Techniker, mögliche Investoren, Designer etc.). Mit ihrer Hilfe wirst du auch größere Aufgaben meistern sowie neue Kompetenzen erhalten. Vernetze dich auch mit vielen wichtigen Personen aus deiner Branche (z.B. Art Directors, Bildagenturen, Redakteure, Werbeagenturen etc.). Ein gutes Netzwerk ist einer der wichtigsten Bestandteile deines Unternehmens, da hierüber die meisten Aufträge vergeben werden.

11. Überlege dir alternative Einkommensquellen!

Damit dein Business langfristig bestehen bleibt und auch in Krisenzeiten genügend Geld einbringt, solltest du es von Anfang an auf mehrere Standbeine stellen. Am besten ist ein guter Mix aus aktivem Einkommen (Arbeitszeit gegen Geld z.B. Auftragsarbeiten) und passivem Einkommen (Einkommen unabhängig von der Arbeitszeit z.B. Stockfotos). Damit kannst du auch mal Engpässe überwinden, wenn die Auftragslage mal nicht so gut aussieht.

12. Erstelle eine Webseite!

Denke daran – weniger ist mehr. Packe nicht alles, was du gerne machen möchtest auf eine Webseite. Da du nicht auf allen Gebieten gleich gut sein kannst, überlege dir genau was ist deine Spezialität und biete nur diese auf deiner Webseite an. Positioniere dich als Experte/Spezialist!

13. Du hast dein finanzielles Polster für mindestens 6 bis 12 Monate angespart?

Super, dann kannst du jetzt die letzte Sicherungsleine durchschneiden und fristgerecht deinen Job kündigen. Dieser Schritt fällt den meisten am schwersten. Verlier deshalb nicht den Mut. Führe dir immer wieder vor Augen, warum du das tust.

14. Nimm die letzten bürokratischen Hürden!

Melde zuerst dein Gewerbe an und arbeite dich ins Thema Buchhaltung ein. Um dir viel Arbeit zu sparen, such dir einen guten Steuerberater. Gestalte dir entsprechende Rechnungsvorlagen und eine eigene Corporate Identity. Schließe alle notwendigen Versicherungen ab (Berufshaftpflicht, Krankenversicherung etc.). Baue deine einzelnen Einkommensquellen weiter aus und vergrößere nach und nach deinen Kundenstamm.

15. Entwickle ein Preismodell, das dir ein Überleben sichert!

Begehe nicht den Fehler deine Preise am Anfang zu niedrig anzusetzen, nur um in den Markt reinzukommen. Früher oder später wirst du sonst große Probleme bekommen und dein Unternehmen wird auf lange Sicht scheitern. Dein Preis sollte wettbewerbsfähig, nicht zu niedrig aber auch nicht zu hoch und zudem an deine eigene Leistung angepasst sein. Berechne zuerst alle deine privaten und geschäftlichen Ausgaben und plane auch Rücklagen für Krankheit und Reparaturen etc. ein. Überlege dir als Nächstes realistisch (!) wie viele Produkte du im Monat verkaufen bzw. wie viele Aufträge du wahrscheinlich bearbeiten wirst und plane freie Tage für Krankheit und Urlaub mit ein. Anhand dieser Werte kannst du nun ein Preismodell entwickeln, welches dir nicht nur das Überleben sichert, sondern darüber hinaus auch für ein Wachstum deines Unternehmens sorgt.

16. Kümmere dich ums Marketing!

Herzlichen Glückwunsch! Du hast es geschafft. Ab sofort bist du dein eigener Chef. Nun lass es die ganze Welt wissen. Dein Traum, deine Idee muss so viele Menschen wie möglich erreichen und aktiv von dir beworben werden. Überlege dir Marketing-Strategien, die ohne viel Aufwand viele Menschen erreichen, um so neue Kunden und Fans zu gewinnen.

17. Halte duch!!!

Du wirst, vor allem in den ersten Jahren mehr und härter für deinen Traum arbeiten müssen als in einem regulären Job. Du wirst auf deinem Weg auch einige Rückschläge erleiden müssen. Lass dich davon aber nicht entmutigen. Halte durch! Lerne aus deinen Fehlern und du wirst gestärkt aus jeder Krise hervorgehen. Erinnere dich immer daran, WARUM du diesen Weg eingeschlagen hast und behalte dein Ziel im Auge.

All diese Schritte habe ich selbst durchlaufen und ich gebe zu, dass der Weg nicht einfach war. Gleichzeitig war die Aufbauphase aber auch eine aufregende und spannende Zeit. Über die vergangenen Jahre konnte ich mir ein ortsunabhängiges Business mit größtenteils passivem Einkommen aufbauen und heute führe ich genau das Leben, was ich mir schon vor langer Zeit vorgestellt habe. Die Freiheit, die ich genießen darf, ist unbezahlbar und ich wünsche dir, dass du dieses wunderbare Gefühl selbst erfahren kannst.

Bist du vielleicht schon selbstständig oder stehst du noch ganz am Anfang? Schreib uns doch mal deine Erfahrungen unten in die Kommentare!

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